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Pulsatilla vulgaris (Photo: Helmut Dalitz)

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Feldbotanik Südwestdeutschland - Zertifizierung von Artenkenntnissen

Auf einen Blick


SW 200 ANEMONE : 200 Arten die häufigsten 200 Arten
SW 400 BERBERIS : 400 Arten, 25 Familien, Artbestimmung die häufigsten 400 Arten
SW 600 CORYDALIS : 600 Arten, 36 Familien, 25 Gattungen, Artbestimmung die häufigsten 600 Arten

Prüfungstermine, Prüfungsanforderungen und Artenlisten in Form von PDF und Spreadsheet-Dateien finden Sie hier:

Prüfungstermine, Prüfungsanforderungen und Artenlisten

Hintergrund und Durchführung

Solide Artenkenntnisse und ein Verständnis für ökologische Zusammenhänge sowie Kompetenz in der Ansprache von Lebensräumen sind unabdingbares Handwerkszeug in vielen Bereichen, in denen Natur und Umwelt Gegenstand von Forschung, Bewertung, Planung und Schutz sind. In nationalen, regionalen oder lokalen Projekten sind Artenkennerinnen und Artenkenner in der Konzeption, Durchführung und Evaluierung unabdingbar. Zertifiziertes Expertenwissen ist beim Beachten von Umweltstandards und bei der Umsetzung von Gesetzesvorgaben vonnöten. Die Verfügbarkeit und Ausbildung von Artenkennerinnen und Artenkennern ist aktuell nicht mehr flächendeckend gegeben. Es besteht jedoch hoher Bedarf an Fachkräften mit Artenkenntnissen, vor allem vor dem Hintergrund des prognostizierten Artensterbens und dem einhergehenden Verlust von Ökosystemdienstleistungen (IPBES 2019).

Basierend auf den positiven Erfahrungen aus der Schweiz hat die Arbeitsgruppe Feldbotanik Südwestdeutschland Empfehlungen für die Prüfungsanforderungen zur Zertifizierung von Artenkenntnissen erarbeitet. Die Arbeitsgruppe besteht aus Vertreterinnen und Vertretern von Hochschulen und Behörden wie auch von Fachverbänden und Planungsbüros aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Die Prüfungsanforderungen sind den Gegebenheiten in Südwestdeutschland angepasst. Sie entsprechen bezüglich Aufbau, Stoffumfang und Prüfungsschwellen weitgehend dem Schweizer System, das Kenntnisse von Arten, Gattungen und Familien wie auch die Kompetenz im Bestimmen von Arten prüft. Die Artenlisten auf dem ersten Niveau SW 200 ANEMONE und auf dem zweiten Niveau SW 400 BERBERIS sind im ganzen Südwestdeutschen Raum einheitlich und enthalten häufige bzw. repräsentative Arten. Ab dem Zertifizierungsniveau SW 600 CORYDALIS wird eine Regionalisierung der Pflanzenlisten eingeführt, um der unterschiedlichen Verbreitung zahlreicher Arten Rechnung zu tragen. Das Zertifizierungsniveau SW 600 CORYDALIS Freiburg berücksichtigt entsprechend stärker Arten des Oberrheins mit Kaiserstuhl und Schwarzwald. Die Artenlisten für die Niveaus SW 600 CORYDALIS Tübingen (und Stuttgart) sind in Bearbeitung. Zwei weitere Prüfungsmodule werden mittelfristig etabliert: FELDBOTANISCHE METHODEN sowie BIOTOPE UND LEBENSRÄUME.

Die Professur Geobotanik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg bietet 2020 in Zusammenarbeit mit der Freiburger Akademie für Universitäre Weiterbildung (FRAUW) erstmals die Zertifizierung auf den drei Niveaustufen SW 200 Anemone, SW400 Berberis und SW 600 CORYDALIS Freiburg an. Für 2021 ist ebenfalls an den Universitäten Tübingen, Landau und Hohenheim die Prüfung der Niveaustufe SW 200 ANEMONE geplant, in Tübingen zudem die Prüfung SW 400 BERBERIS geplant.

Die Zertifikate haben für ganz Südwestdeutschland Aussagekraft und stellen einen transparenten und belastbaren Leistungsnachweis dar. Die Prüfungen sind öffentlich und können beliebig wiederholt werden. Sie sind nicht an den Besuch von Lehrveranstaltungen geknüpft.
Aktuell erarbeitet der „Bundesweite Arbeitskreis der staatlich getragenen Umweltbildungsstätten im Natur- und Umweltschutz" (BANU) ein bundesweit gültiges Qualifizierungs- und Zertifizierungssystem für Artenkennerinnen und Artenkenner. Die BANU Prüfungsanfoderungen für Feldbotanik basieren dabei auf der Ausarbeitung für SW-Deutschland. Eine zukünftige Harmonisierung wird angestrebt.